Von Web 2.0 zu Social Media

Als das Internet für private Anwendungsbereiche populär wurde, war es zunächst wie alle Massenmedien. Genau wie beim Fernsehen oder Radio lies man sich als Nutzer berieseln und die Inhalte wurden der breiten Masse von wenigen Akteuren vorgesetzt. Es gab keine dynamischen Prozesse und kaum Interaktion. Doch mit der fortschreitenden Schnelligkeit des Computers und der Verbreitung des Internets in nahezu alle Institutionen und Lebensbereiche, hat sich die Verteilung von Sender und Rezipient verschoben. Es gibt kein Gefälle mehr. Das sogenannte Web 2.0 ist vom kommunikativen Austausch geprägt. In Foren oder Blogs beteiligen sich normale Internet-Nutzer am weltweiten Gedankenaustausch und tragen so aktiv zum weiteren Wachstum des Internets bei.

Diese Entwicklung setzt sich konsequent im Bereich Social Media fort. Der Austausch wird um die soziale Ebene ergänzt. Obwohl bei Sozialen Netzwerken im Allgemeinen der Datenschutz im Internet bemängelt wird, erfreuen Sie sich großer Beliebtheit. Einer aktuellen Umfrage des Marktforschungsinstituts Forsa im Auftrag der Bitkom zufolge sind 47 Prozent der deutschen Internetnutzer Mitglied im weltweit größten Sozialen Netzwerk: Facebook. Experten sehen die Gründe der wachsenden Vernetzung in der Erhöhung der Internetgeschwindigkeit und der immer größer werdenden Leistung des Computers. So sind die Nutzer in der Lage umfangreiche Datenmengen zu versenden und Musik oder Videos mit anderen Nutzern zu teilen.

Doch auch andere Kommunikationsdienste sind in Deutschland sehr beliebt. Mit einer Verbreitung von 7 Prozent unter den Internetnutzern in Deutschland nimmt der Microblog Twitter den sechsten Platz ein. In maximal 140 Zeichen kann der Nutzer in Echtzeit Nachrichten an alle seine Follower gleichzeitig versenden. Durch die wachsende Verbreitung von Smartphones wird dieser Dienst sehr gerne genutzt um möglichst viele Menschen schnell über aktuelle Themen zu informieren. Besonders im Pressebereich, vor allem wenn es um die Berichterstattung über politische Debatten geht, ist ein schneller Informationsaustausch wichtig.

Der soziale Charakter des Internets spiegelt sich auch in der demographischen Verbreitung wider. Immer mehr Senioren sind aktive Nutzer und halten über das Internet Kontakt zu Freunden und Familie. Langsame Computer sind in Seniorenheimen heute eine Seltenheit. Internetgeschwindigkeit und Hardware sind häufig auf dem neuesten Stand der Technik um den steigenden Bedürfnissen der Bewohner nach Kommunikation und Informationsaustausch gerecht zu werden. In speziellen Seminaren werden auf Netiquette aber auch auf Gefahren des Internets, zum Beispiel durch Viren, Trojaner oder Überwachungssoftware, hingewiesen. Denn vor allem Senioren werden online häufig Opfer von Cyber-Kriminellen, die es mit Spyware oder durch Phishing-Attacken auf persönliche Daten abgesehen haben.

Es ist nicht abzusehen, welche Entwicklung das Internet als nächste nimmt. Man kann aber davon ausgehen, dass der Nutzer immer mehr interagieren wird und sich über das Netz möglicherweise eine virtuelle Parallelwelt bildet, die genausoviele Vor- wie auch Nachteile mit sich bringen könnte.

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