Unbekannte Erreger

Seit Tagen dominiert der EHEC-Erreger die Schlagzeilen der deutschen Medien. Das Virus, das normalerweise in der Darmflora von Wiederkäuern zu finden ist, kann bei Menschen zu schwerer Krankheit, in einigen Fällen sogar zum Tod, führen. Wie genau der Erreger übertragen wurde ist noch nicht geklärt, ebenso wenig wie die Herkunft. Dass verseuchte Nahrungsmittel Grund für die Verbreitung waren, ist anzunehmen. Vor allem Gurken aus Spanien sind ins Visier der Behörden geraten, der Verdacht wurde jedoch mittlerweile dementiert. Doch der wirtschaftliche Schaden ist groß. Im Internet wurde direkt zum Boykott dieses Gemüses aufgerufen und über Twitter kommen regelmäßig Meldungen zu neuen potentiellen Gefahrenquellen bei den Nutzern an. Ganze Gruppen haben sich bereits bei Facebook gegründet. Es scheint, als fungiert der Bereich Social Media als Multiplikator für die Verbreitung von Krankheitsberichten. Doch es besteht dabei auch immer die Gefahr, dass unberechtigt Massenpaniken verursacht und Unwahrheiten verbreitet werden. Gemüsebauern aus Spanien überlegen nun, die Bundesrepublik Deutschland auf Schadensersatz zu verklagen, da sie durch diese Falschmeldung große Ernteverluste einfahren und finanziellen Schaden nehmen.

Solange die wirkliche Ursache nicht geklärt ist, werden sich Gerüchte weiter verbreiten. Wo genau der Ursprung von Viren zu finden ist und von wo aus sie sich verbreiten, kann selten einwandfrei geklärt werden. Das Problem setzt sich in der virtuellen Welt fort. Computerviren oder Trojaner werden zwar gezielt programmiert, doch die Herkunft wird so gut verschleiert, dass sie kaum noch nachzuvollziehen ist. Das ist für die Programmierer von bösartiger Software auch wichtig, da Sie sich durch die Verbreitung von Spyware oder anderer Malware strafbar machen. Das Überwachen eines fremden Computers ist rechtswidrig. Die Programme werden oftmals als kostenlose Downloads angeboten und tarnen sich als Tools zum PC beschleunigen oder als Hilfsprogramme um die Leistung des Computers zu optimieren. In Wahrheit installiert sich jedoch eine Anwendung mit Überwachungssoftware, über die der Computer von außen ausspioniert werden kann. Mit einer Leistungsoptimierung hat das gar nichts zu tun, im Gegenteil: oftmals ist die Schnelligkeit des PCs geringer als vor der Installation, da kontinuierlich Daten über das Internet verschickt werden.

Sowohl im Internet wie auch im wahren Leben ist es sehr schwierig, sich vor Gefahren wie Viren zu schützen. Die Herkunft der Erreger ist oft unbekannt und die Verbreitungswege sind so umfangreich, dass man früher oder später damit konfrontiert wird. Dennoch sollte man auch im Falle einer Ansteckung nicht in Panik geraten und sich Hilfe suchen. Vor allem aber sollte man an seine Mitmenschen denken und eine weitere Ansteckung möglichst vermeiden. Beim Computer heisst das: Finger weg von Emails und Internet und auch im wahren Leben sollte man den unmittelbaren Kontakt zu weiteren Personen einschränken solange eine Infektion besteht.

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