Das System im Netz

Eine neue Ära im Bereich der Betriebssysteme scheint gerade begonnen zu haben. Die Zeiten, in denen man seinen PC lange und umständlich mit der aktuellsten Software versorgen und diese erst installieren musste, werden wohl der Vergangenheit angehören. Die Zukunft liegt, wie so oft, im Internet. Verschiedene Hersteller bieten bereits Software-Lösungen an, die komplett über den Browser zu bedienen sind und somit nicht lokal auf dem Rechner gespeichert werden müssen. Dadurch wird die Leistung des Computers nicht durch zusätzliche Programme beeinträchtigt und die Schnelligkeit des PCs bleibt so gut wie am ersten Tag. Vor einigen Wochen hat Google mit seinem Chromebook das erste Notebook präsentiert, welches komplett ohne lokales Betriebssystem funktioniert. Kritiker haben die Schnelligkeit des Computers gelobt, da das Hochfahren innerhalb von Sekunden gelang und man direkt mit dem Surfen im Internet beginnen konnte. Jedoch braucht man zum Arbeiten immer eine Internetverbindung. Ist die Verbindung unterbrochen, zum Beispiel auf Zugfahrten oder in abgelegenen Gegenden auf dem Land, so ist das gesamte Notebook unbrauchbar. Jedes Programm wird im Browser geöffnet. Egal ob Tabellenkalkulation, Textverarbeitung oder Email-Service – Anwendungen werden nur online ausgeführt. Die Festplatte bleibt nahezu unangetastet. Große Dateimengen werden gerne in virtuellen Speicherorten, sogenannten Clouds, abgelegt.

Für einen reibungslosen Ablauf ist jetzt nicht mehr nur noch die Leistung des PCs ausschlaggebend, sondern vielmehr die Internetgeschwindigkeit. Aufwändige Programme und überflüssige Dateien wirken sich nicht mehr negativ auf die Rechenleistung aus. Die Software ist immer aktuell, da beim Öffnen des Browsers automatisch die neueste Version geladen wird. Dennoch gibt es einige Bedenken. Zu allererst wird von Kritikern der Datenschutz im Internet bemängelt der immer dann zu tragen kommt, wenn persönliche Dateien an theoretisch für Unbefugte zugänglichen Orten abgelegt werden. Die Server der großen Unternehmen sind zwar häufig Ziel von Attacken mit Viren und Trojanern, sind jedoch gleichzeitig auch mit der bestmöglichen Sicherheitssoftware vor solchen Angriffen geschützt. Ein privater Nutzer kann seine Dateien gar nicht so gut sichern. Natürlich muss man dem Unternehmen in gewisser Weise vertrauen, dass die Daten nicht für irgendwelche Zwecke genutzt werden. Die großen Firmen und Anbieter solcher virtuellen Datenspeicher können sich Sicherheitslücken jedoch nicht erlauben und sind ständig darauf bedacht, sich Angriffen zu widersetzen.

Auch wenn es für die aktuelle Generation der Computernutzer zunächst noch ungewohnt erscheinen mag, wird sich die Zukunft immer mehr im Netz abspielen. Selbstverständlich hat ein solches Betriebssystem auch nicht zu verachtende Vorteile. Die Bedienung über den Browser ist benutzerfreundlich und theoretisch weltweit von jedem Computer möglich. Man kann daher überall auf seine Dateien und Dokumente zugreifen und ist nicht auf physische Speichermedien angewiesen, die sehr empfindlich auf Erschütterungen reagieren. Wahrscheinlich wird die optimalste Lösung für den Anwender eine Kombination aus browserbasierten Programmen und lokaler Datensicherung sein um sich gegen alle Eventualitäten abzusichern.

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