Alles weg

Es ist der virtuelle Supergau: Man startet seinen Computer und plötzlich sind alle Daten weg. Wie von Geisterhand hat man weder Zugang auf wichtige Dokumente, noch auf Urlaubsbilder. Maximal ein paar überflüssige Dateien sind noch auffindbar. Schuld ist jedoch kein Virus und keine bösartige Software, die die komplette Festplatte zerstört hat, sondern vielmehr das blinde Vertrauen in die Technik.

Diese schmerzhafte Erfahrung musste vor kurzem ein Computernutzer aus den USA machen. Seit Jahren nutzte er das vielfältige Angebot des Internetriesen Google. Sämtliche Daten, ob Fotos, Videos oder Dokumente, legte er nur noch virtuell bei Clouddiensten ab. Da er alles über sein Google-Konto verwaltete, war es für ihn sehr benutzerfreundlich das komplette Angebot von Google zu nutzen. Er musste sich keine größere und schnellere Festplatte zulegen, da er dank seiner großzügigen Internetgeschwindigkeit alles direkt ins Netz laden konnte. Das hatte durchaus einige Vorteile: Die Leistung des Computers wurde nicht durch große Datenmengen beeinträchtigt und zudem scheinen in Clouds ausgelagerte Dateien vor Viren und Trojanern sicher zu sein. Vertraut man seinem Anbieter, dass er den Datenschutz im Internet ernst nimmt, keine Dateien an Dritte weitergibt und sie vor Angriffen von außen schützt, spricht eigentlich nichts dagegen.

Der amerikanische Google-Nutzer musste jedoch ganz andere Erfahrungen machen. Eines Tages konnte er sich bei keinem seiner Dienste mehr einloggen. Wegen eines angeblichen Verstoßes gegen die Nutzungsbedingungen legte Google den Account still. Sämtliche Versuche das Unternehmen zu einer Reaktivierung des Benutzerkontos zu bewegen, schlugen fehl. Auf diese Weise gingen persönliche Daten mehrerer Jahre verloren. Leider handelt es sich dabei um keinen Einzelfall. Immer wieder berichten Nutzer davon, dass Accounts ohne ersichtlichen Grund stillgelegt werden. In den seltensten Fällen haben diese Nutzer jedoch alle Google-Konten so miteinander verknüpft, dass sofort alle Daten verloren sind.

Auch wenn Clouds und virtuelle Datenspeicher im Internet möglicherweise die Zukunft sind weil man von überall darauf zugreifen kann, sollten sie die lokale Datenspeicherung keinesfalls komplett ersetzen. Es ist immer ratsam, vor allem bei wichtigen Dokumenten, ein Backup auf einem Datenträger zu sichern. Wenn man aus irgendeinem Grund, zum Beispiel bei der Insolvenz des Clouddienstes oder bei einem technischen Defekt nicht auf seine Daten zugreifen kann, kann man zur Not mit dem PC prima auf das Backup zurückgreifen. Externe Datensicherungen wirken sich auch nicht negativ auf die Schnelligkeit des Computers aus. Im Gegenteil: Sind die Daten erst einmal gesichert, kann man dem PC ideal einer Leistungsoptimierung unterziehen und temporäre Dateien sowie ungültige Verknüpfungen entfernen. Hat man alles Wichtige gespeichert, kann man ganz beruhigt den Datenmüll beseitigen und wieder Platz für Neues schaffen. Wenn man einige Daten virtuell auslagern möchte, sollte man das nur mit bedacht tun. Denn ist das Konto einmal gesperrt, ist es ein schwieriges Unterfangen, wieder an sein Eigentum zu gelangen.

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