Socialbots schnüffeln im sozialen Netz

Kaum ist der Web 2.0 Summit vorbei, stehen Soziale Netzwerke wieder im Fokus. Der Bereich Social Media hat das Nutzerverhalten im Internet revolutioniert. Aus der einstigen Informationsquelle wurde ein globales Mitmachnetz, bei dem die User ohne Programmierkenntnisse nahezu ungefiltert ihre Gedanken und Ansichten proklamieren und verbreiten können. Auch im Online Marketing haben StudiVZ und Co. eine große Bedeutung. Umso wichtiger, dass Unternehmen den Datenschutz im Internet respektieren und die Profile der Nutzer nicht zum Selbstbedienungsladen von Informationsjägern werden. Doch genau dieses könnte schon bald wieder im großen Stil zu passieren, wie der aktuelle Fall zeigt.

Forscher der Universität von British Columbia (Vancouver, Kanada) haben in einem Experiment sogenannte „Socialbots“ erstellt und bei Facebook auf Datensuche geschickt. Ziel dieser bösartigen Software war es, so viele Freunde wie möglich zu sammeln – und somit auch persönliche Daten. Insgesamt 102 dieser „falschen Freunde“ wurden im Netz verstreut und kaum einer schien sich über die Freundschaftsanfrage dieses eigentlich unbekannten Individuums zu wundern. In mehr als 60 % der Fälle wurde die Anfrage angenommen und so war die Software in der Lage, innerhalb weniger Wochen über 3.000 Freunde bei Facebook zu verbuchen. Zudem erspähten die Socialbots mehr als 46.000 E-Mail-Adressen und über 14.500 Privatanschriften unterschiedlicher Nutzer.

Die ausgespähte Datenmenge ist nicht nur Umfangreich, sie hätte in falschen Händen auch verheerende Wirkung haben können. Durch die persönlichen Nutzerinformationen hätten Cyberkriminelle zum Beispiel an Kreditkarten- oder Bankinformationen gelangen können, die wiederum im Internet weiter verkauft würden. Doch die vermeintlichen Opfer sind nicht ganz unschuldig an ihrer Situation. Zwar sind Spybots, im Gegensatz zu Viren oder Trojanern, nicht mit Hilfe von spezieller Antivirensoftware zu enttarnen, doch ein aufmerksamer Blick hätte einen schon in Alarmbereitschaft versetzen können. Die Software hat sich selbst eingeladen und ein kritischer User hätte diese Einladung auch abgelehnt. Der Spybot spielt mit dem Verlangen der Nutzer, die Anzahl der Freunde stetig zu erhöhen und nutzt diese Charaktereigenschaft für seine Zwecke aus. Bei Google lassen sich schon erste Foren finden, in denen über die Gefahr des Narzissmus bei Facebook diskutiert wird. Es scheint, es wäre die persönliche Selbstdarstellung und die Anzahl der Freunde der aktuelle Status Quo.

Auch wenn es sich bei den Spybots nur um eine Studie kanadischer Forscher handelte wird wieder einmal deutlich, wie groß die Bedrohung durch Malware und Adware im World Wide Web ist. Beim Surfen im Internet stößt man immer wieder auf zwielichtige Angebote, die man zum Schutz des PCs mit kritischem Blick prüfen sollte. Haben sich erst einmal korrupte Dateien auf dem Computer festgesetzt, ist es oftmals kompliziert und wenig benutzerfreundlich diese wieder zu entfernen. Zwar hat Facebook in seinen Sicherheitsbestimmungen einige Punkte nachgebessert und einzelnen Spybots von sich aus entfernt, doch professionellere und schlauere Software würde bestimmt auch diese Sicherheitseinstellungen zu umgehen wissen.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Bösartige Software, Datenschutz im Internet, Internet, Social Media, Soziale Netzwerke abgelegt und mit , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s