Falsches Spiel

Überall dort wo das schnelle Geld versprochen wird, machen sich auch kriminelle Personen breit, die sich auf illegale Weise zu bereichern versuchen. Doch es müssen nicht düstere Hinterhof-Spelunken sein. Selbst beim normalen Surfen im Internet werden einem überall große Gewinne versprochen, die man sich angeblich über den PC prima einheimsen kann. Durch massive Kampagnen im Bereich des Online Marketing haben sich vor allem Plattformen für Pokerspiele im Internet breit gemacht. Verschiedene Anbieter buhlen um die Gunst der Kunden und versprechen den besten Spielern hohe Geldsummen sowie Reisen ins Zocker-Paradies Las Vegas. Doch möglicherweise wurde in einzelnen Fällen mit gezinkten Karten gespielt.

Zwei Profispieler haben kürzlich Anzeige gegen einen Online-Spieler erstattet. Sie werfen ihrem Kontrahenten vor, unbemerkt einen Trojaner auf ihrem Computer installiert zu haben. Auf diese Weise habe er durch die Spyware sehen können, welche Blätter die Mitspieler in der virtuellen Hand hielten. Gerüchte in der Pokerszene, dass es Betrügereien im größeren Maße gibt – auch mit Hilfe von bösartiger Software – sind schon häufiger laut geworden. Bislang wurden aber noch keine konkreten Anzeigen erstattet. Der   Rechner des beschuldigten Spielers werde zur Zeit von Spezialkräften des Landeskriminalamtes auf Malware untersucht. Bisher handelt es sich um einen einmaligen Fall. Zum Schutz des PCs nutzen Profispieler in der Regel besondere Software und aktuellste Einstellungen der Firewall. Da sie Spieleinsätze im Höhen von zehntausenden Euros einsetzen, müssen sie sich auf ein höchstes Sicherheitsniveau verlassen können.

Die betroffenen Spieler waren untereinander befreundet und auch in sozialen Netzwerken miteinander vernetzt. Genau dort soll es zu einer Infektion der Rechner der Kontrahenten gekommen sein. Möglicherweise wurde der Trojaner unbemerkt über Facebook versendet und ermöglichte anschließend barrierefreie Einsicht in die Karten der Gegenspieler. Auf die Schliche kam man dem Beschuldigten dadurch, dass er ungewöhnlich häufig High-Stake Spiele im „8 Game“ gewann – der höchsten Disziplin beim Poker.

Dieser Fall, egal zu was für einem Resultat er kommen mag, macht deutlich, dass es zahlreiche Gefahren im Internet gibt. Vor allem aber Glücksspiele ziehen Kriminelle genauso wie hoffnungsvolle Spieler an. Dabei weiß man nie genau wer am anderen Ende der Leitung sitzt und ob das Spiel überhaupt mit rechten Dingen zugeht. Und selbst bei etablierten Anbietern kann es sein, dass man sich in legalen Grauzonen bewegt. Wie erst kürzlich in den Medien berichtet wurde, werden Online-Pokerdienste regelmäßig zum Waschen von Schwarzgeld missbraucht. Inwiefern man sich strafbar macht, wenn man (auch unwissentlich) an so einem Spiel teilnimmt, ist noch nicht geklärt.

Generell sollten Nutzer beachten, dass die Anbieter den Datenschutz im Internet ernst zu nehmen haben und nicht fahrlässig mit persönlichen Informationen und Bankdaten hantieren dürfen. Andernfalls ist das Geld schneller weg als man es mit Glücksspielen gewinnen kann. Und der weiseste Spruch eines jeden Casinos besagt: Die Bank gewinnt immer!

Foto Attribution

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