Chinas Cyber-Armee

www.pcprima.de Chinese FlagKaum ein Tag vergeht, an dem nicht wieder neue Angriffe durch Cyber-Kriminelle aufgedeckt und gemeldet werden. Durch die Schnelligkeit des Computers werden solche Informationen kurzerhand um die Welt getragen. Vor allem Soziale Netzwerke wie Facebook oder Blogs wie Twitter tragen dazu bei, dass jeder schnell Neuigkeiten über den aktuellen Stand der Computersicherheit informiert ist. Manchmal nehmen solche Nachrichten auch recht skurrile Züge an. Wenn man von Angriffen mit Viren und Trojanern hört, geht man eigentlich davon aus, dass es sich um Einzeltäter handelt. Der amerikanische Militärgeheimdienst will jetzt aber herausgefunden haben, dass US-Regierungsrechner bei Cyber-Angriffen aus China in der Regel immer von denselben Personen attackiert werden.

Im Sommer bestätigte die chinesische Armeeführung die Existenz einer Cyber-Armee, bestehend aus Elite-Hackern. Diese Äußerung wurde kurz darauf jedoch zurückgezogen, da das chinesische Recht Hackeraktivitäten im Internet verbiete und man diese strikt bekämpfe. Die Enttarnung des US-Militärgeheimdienstes spricht weniger von einer Armee, sondern vielmehr von 20 Hackergruppen, die regelmäßig Angriffe auf Regierungsrechner starten und versuchen, diese mit bösartiger Software zu infizieren. 12 dieser Gruppen werden, laut Informationen des Geheimdienstes, von der chinesischen Volksbefreiungsarmee unterstützt. Man habe anhand von IP-Adresse klar feststellen können, dass die Angriffe regelmäßig von denselben Rechnern ausgeführt wurden. Dies spräche für die Theorie von staatlich geförderten und zumindest geduldeten Gruppierungen.

Mit diesen Informationen habe die US-Regierung nun endlich Beweise und Druckmittel in der Hand. Man will belegen, dass Malware gezielt im Auftrag der chinesischen Regierung auf amerikanischen Rechner installiert werden soll. Mit Überwachungssoftware wolle man so an sensible Informationen gelangen. Von Datendiebstahl bis hin zu Industriespionage wäre auf diese Weise alles denkbar. Die Behörden beschuldigen chinesische Hacker schon längst, Urheber von Angriffen gegen US-Einrichtungen zu sein. So geht es um den mutmaßlichen Diebstahl von Googles Passwort-System sowie das Ausspionieren von US-Ölkonzernen mit Hilfe spezieller Software.

Allein aus sicherheitstechnischer aber auch wirtschaftlicher Sicht sind solche Angriffsversuche höchst bedenklich. Dabei hat man im eigenen Land bereits an wichtigen Fronten zu kämpfen um den Datenschutz im Internet zu gewährleisten und auf Dauer das Surfen im Internet sicherer zu machen. Große und mächtige Unternehmen wie Facebook und Google sind an immer mehr persönlichen Informationen der Internetnutzer interessiert und die Regierung muss den Spagat zwischen Bürgerrechten und wirtschaftlichen Interessen wagen.

Wie die chinesische Regierung auf die erneuten Anschuldigungen und die erdrückende Beweislage reagiert bleibt abzuwarten. Da es um die Informationsfreiheit in dem Land äußerst schlecht bestellt ist, muss man auf Informationen unabhängiger Berichterstatter hoffen, die genug Mut aufweisen über das Thema zu berichten. Obwohl das Internet die Welt ein Stück näher zusammenrückt, sind bestimmte Teile noch immer davon abgeschnitten und permanenter Überwachung durch die vorherrschenden Regime ausgeliefert.

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